Biographie

Geertjan de Vugt schreibt Essays als literarische Spurensuche: Ob er Fingerabdrücke untersucht, der Geschichte des Pfropfens von Bäumen nachgeht oder andere längst vergessene Praktiken erkundet, stets gelingt es ihm, aus scheinbar unbedeutenden Details Geschichten zu entwickeln, in denen Fragen nach Überlieferung, Identität und dem, was von uns bleibt, sichtbar werden.

Mit seinem Debüt Der Wunsch zu verschwinden unternimmt er eine Reise durch zwei Jahrhunderte und begegnet dabei Physiologen, Kriminologen, Anthropologen, Künstlern, Schriftstellern, Handlesern, Betrügern und Scharlatanen: von Jan Purkyně bis Arnulf Rainer, von Francis Galton bis Virginia Woolf und von Arthur Kollmann bis Charlotte Wolff. Das Buch erschien 2026 im Paul Zsolnay Verlag; die chinesische Übersetzung folgt noch im selben Jahr.

Derzeit arbeitet De Vugt an einer Übersetzung der Aphorismen von Phia Rilke, der Mutter Rainer Maria Rilkes (Herbst 2026). Im Frühjahr 2027 erscheint bei Koppernik seine sehr persönliche Geschichte des Pfropfens von Bäumen, in der er anhand dieser jahrhundertealten Praxis seine Auseinandersetzung mit dem Vaterwerden untersucht. Darüber hinaus arbeitet er an einer Biografie des surinamisch-niederländischen Dichters Hans Faverey.

Seine Essays erscheinen unter anderem in der niederländischen Zeitung de Volkskrant sowie im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung.

De Vugt promovierte cum laude in Komparatistik an der Tilburg University. Seine Dissertation über politischen Dandyismus wurde 2018 bei Palgrave Macmillan veröffentlicht und mit dem Jahrespreis der Maatschappij der Nederlandsche Letterkunde ausgezeichnet. Forschungs- und Lehraufenthalte führten ihn an die University of Wisconsin–Madison, die Princeton University und das IFK Wien. Derzeit ist er Direktor des Praemium Erasmianum.

Vorträge / Einladungen

  • Literarischer Sommer, Mönchengladbach.
    25. August 2026.

  • 18. Liechtensteiner Literaturtage, Schaan, Liechtenstein
    11.-13. Juni 2027.